Diese Website ist ein Blog meiner Reise nach Guatemala. Der fünftägige Aufenthalt in Guatemala City war beruflicher Natur, gab aber doch die Möglichkeit, etwas Einblick in das Land und seine Bevölkerung zu bekommen.
Letzte Änderung: 19. Dezember 2025
Guatemala ist neben Belize das nördlichste der sieben zentralamerikanischen Staaten.
In Guatemala wird teilweise auch die Meinung vertreten, dass Belize aus historischen Gründen
zu Guatemala gehört. Im Norden grenzt es an Mexiko und im Süden an El Salvador und Honduras.
Die Flagge ist vertikal gestreift blau-weiß-blau, um die Angrenzung an beide Ozeane zu symbolisieren.
Das Wappentier ist der Quetzal, ein schöner Vogel mit langem Schweif, nach dem auch die Währung benannt
ist. Es leben ungefähr 18 Millionen Menschen in Guatemala, die größtenteils Nachfahren der spanischen
Einwanderer, der Maya oder Mischlinge sind. Die Hauptstadt Guatemala City liegt auf 1500m
Seehöhe und hat damit ein sehr gemäßigtes tropisches Klima. Die frühere Hauptstadt Antigua
Guatemala wurde 1773 durch ein Erdbeben zerstört. Die tektonische Aktivität in der Region zeigt
sich auch durch die zahlreichen noch aktiven Vulkane in der Gegend der früheren und jetzigen Hauptstadt.
Weitere Informationen gibt es beispielsweise auf
Wikipedia und als
auf der CIA Factsheet.
Freitag, 14. November, 17:30 - Samstag, 15. November, 21:30
Die Anreise nach Guatemala dauerte eineinhalb Tage. Die Reise begann am Freitag, 14. November,
Abend mit dem Zug nach Wien und einer Übernachtung am Flughafen Wien. Am Samstag um halb sieben
ging es dann mit der KLM nach Amsterdam. Zum Glück war ich rechtzeitig am Flughafen, sodass
ich noch das mir bis dahin unbekannte, aber unbedingt notwendige
Regional Traveler's Affidavit Formular
am Flughafen beim Check-in Schalter ausfüllen konnte. Dieses Formular muss online vor dem Abflug
bei Einreise und Ausreise ausgefüllt werden. Man bekommt einen QR Code, der bei der Einreise
kontrolliert wird. Trotz der zwei Stunden Zeit zum Umsteigen wurde es knapp,
weil für die Passkontrolle nur vier Automaten zur Verfügung standen, die den Ansturm der Reisenden
nicht so einfach bewältigen konnten (siehe Bild). Dann ging es weiter mit dem Flug nach Panama City,
der über Halifax und entlang der Ostküste der USA führte. In Panama war nochmal zwei Stunden Zeit
zum Umsteigen. Während der neue Teil des Flughafens äußerst ansprechend ist, ist der ältere Teil
schon sehr in die Jahre gekommen. Schließlich führte die letzte Teilstrecke mit der Copa Airlines
in zwei Stunden nach Guatemala. Das Gepäck wurde trotz zweier Fluglinien bis Guatemala durchgelieftert.
Am Flughafen ließ ich mich von einem vom Hotel organisierten Taxi abholen und gelangte
um neun Uhr abends Ortszeit (4 Uhr CET) ins Hotel. Der neugierige Taxifahrer bediente mit einer
Hand seine Übersetzungs-App, um mir allerlei Fragen zu stellen, während er mit der anderen durch
den heftigen Verkehr lenkte.
Samstag, 15. November - Samstag, 22. November
Das Hotel Clarion Suites
(14.597818, -90.513933)
ist in der Zone 10 (Botschafts- und Ausgehviertel) gelegen und ist mit europäischem
Standard vergleichbar, auch wenn die Innenausstattung schon veraltet ist. Das Zimmer war
mit über 50 m2 eher ein Appartment und hatte Wohn- und Schlafraum getrennt. Der Ausblick
war hervorragend über Stadt mit Vulkan im Hintergrund. Der Frühstücksraum war einem
Dschungel nachgebildet inklusive eines Wasserfalls. Guatemaltekisches Essen und frisch zubereitete Omelettes
waren neben dem europäischen Frühstück verfügbar.
Samstag, 15. November - Samstag, 22. November
Guatemala City ist in Zonen aufgeteilt, die mit Stadtbezirken vergleichbar sind.
Entsprechend der Teilung der Gesellschaft in eine reiche und ärmere Hälfte,
gibt es auch Zonen, die reicher und schöner sind, und eben solche, die weniger schön sind.
Mit Ausnahme der Zone 10, in der die Botschaften und besseren Hotels sind, ist die
Sicherheitslage angeblich sehr prekär. Es kann leicht passieren, dass man auf
offener Straße oder in öffentlichen Bussen überfallen und ausgeraubt wird.
Somit bleiben nur noch Taxis, die man am besten selbst bestellen soll.
Vor allem Uber wird im allgemeinen als sicher empfohlen. Dadurch dass alle nach Möglichkeit
alle mit Autos fahren, gibt es permanenten Stau auf allen Straßen und das Fortkommen
ist auch nicht schneller, als wenn man zu Fuß geht. Der Stau führt auch dazu, dass viele
Leute das Moorrad verwenden und dann zwischen den Fahrspuren und Autos links und rechts
vorbeifahren. Wenn man Geld in lokaler Währung abhebt, sollte man dies nur bei
überwachten Bankomaten machen. Beispielsweise findet man einen im Hotel Westin Camino Royal,
wenn man bei der Rezeption vorbei und noch nach weiter hinten geht.
Zum Essen und Einkaufen geht man üblicherweise in die Shopping Mall,
an deren Eingängen immer Wachpersonal steht.
In meiner Zone bot sich die Shopping Mall Fontabella
(14.599212, -90.512645)
an, die sich durch eine sehr offene Architektur und gemütliche Restaurants und Cafes auszeichnet.
Das Essen (Pasta) beim Italiener (Tre Fratelli) war hervorragend. Auch das lokale Bier "Gallo" schmeckt sehr gut.
Ein nettes Ausgehlokal mit lauter Musik in der Gegend ist El Establo
(14.597476, -90.511765).
Die Preise für Essen und Trinken sind in etwa gleich wie in Österreich.
Bezahlen ließ sich überall problemlos mit Karte (Revolut).
Guatemala City ist seit Ende des 18. Jh. die Hauptstadt Guatemalas, nachdem Antigua Guatemala dem
Erdbeben zum Opfer gefalen ist. Durch die eher junge Geschichte der Stadt gibt es
wenige Sehenswürdigkeiten, nur im Zentrum sind ein paar Gebäude im Kolonialstil vorhanden,
die ich aber leider nicht gesehen habe. Dominanter war die Weihnachtsdekoration, die ab Mitte
November überall präsent ist. Am Tag der Ankunft (15. November) war das alljährliche
Gallo Christmas Tree Festival. An diesem Tag wird ein sehr großer, künstlicher und kitschiger
Christbaum am Plaza Obelisco (14.594831, -90.517677,
Zone 10, fast neben meinem Hotel) in Betrieb genommen.
Das wird als Volksfest auf der Straße mit Musik und Parties gefeiert.
Gallo ist eine lokale Brauerei, deren sehr gutes Bier man überall bekommt.
Montag, 17. November und Donnerstag, 20. November
Die Universidad Galileo
(14.609301, -90.505781)
ist eine Privatuniversität mit Schwerpunkt auf Engineering in einem recht grünen Teil der Stadt.
Sie wurde 2000 als Abspaltung der Informatik- und Engineering Fakultät der Universidad
Francisco Marroquin gegründet. Die beiden Universitäten sind nach wie vor am selben Campus
beheimatet. Die Galileo Universität ist Projektpartner und deshalb finden zwei Workshops am
Montag und Donnerstag dort statt. Auffällig waren die 10 m hohen Bäume im Innenhof des Gebäudes.
Die Büros und Arbeitsplätze der Projektkollegen waren maximal halb so groß wie bei uns üblich.
Montag. 17. November, Nachmittag
Antigua Guatemala ("Alt-Guatemala") war zweihundert Jahre die Hauptstadt,
bevor es 1773 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die Stadt beeindruckt durch
die teilweise zerstörten Barockbauten im Kolonialstil (insbesondere Kirchen und Klöster),
die bunden wiederaufgebauten Häuser und die umliegenden Vulkane.
Heute ist es vor allem ein Touristenmagnet. Wenn man mehr Zeit hat,
kann man einen Vulkanbesteigung machen und bis zum glühenden Lava gehen.
Mehr Infos gibts auf
Wikipedia.
In den vier Stunden Aufenthalt konnte ich vorallme folgendes sehen:
Dienstag, 18. November - Mittwoch, 19. November
Dienstag und Mittag fand die von den Projektkollegen der Galileo Uni organisierte Konferenz
AI Summit LATAM statt.
Die Konferenz mit Schwerpunkt AI richtete sich hauptsächlich an die regionale Bussinesswelt
und war entsprechend pompös aufgezogen. Austragungsort war das Westin Camino Real Hotel
(14.597987, -90.516331),
eines der besten Hotels in der Stadt. Für die ca. tausend Teilnehmer war ein riesiger Saal
mit beeindruckendem multimedialem Entertainment vorgesehen.
Donnerstag, 20. November, Nachmittag
Der Nachmittag des zweiten Workshoptages am Donnerstag war frei,
was mir die Gelegenheit zum Museumsbesuch bescherte.
Gleich neben der Galileo Universität befinden sich die Museen
Popol Vuh und
Ixchel im selben Gebäude
(14.607894, -90.505470),
die sich beide mit der Mayakultur beschäftigen. Das Popol Vuh Museum
hat eine bedeutende Sammlung an Objekte aus allen Epochen der Mayakultur
von der Frühzeit bis zur kolonialen Eroberung um 1500.
Das Ixchal Museum beherbergt Textilarbeit der Maya aus der jüngeren Vergangenheit.
Donnerstag, 20. November
Nach dem Museumsbesuch gings dann auf den Campus der
Francisco Marroquin Universität
(14.605387, -90.505776),
die am selben Campus wie die Galileo Universität ist.
Sie wurde 1971 als private Universität gegründet
und für ihre wirtschaftsliberale und kapitalistische Ausrichtung bekannt.
Besonders schön und idyllisch ist der Campus, der in einem grünen Tal in der Stadt
abseits des Verkehrs gelegen ist.
Auch die Architektur der Gebäude ist ausgesprochen ansprechend, die durch offene
Verbindungsgänge und pflanzenbewachsene Fassaden gekennzeichnet ist.
Der fließende Übergang zwischen Innen und Außen, die beiden Cafes und
die tropische Pflanzenwelt machen den Aufenthalt sehr angenehm.
Freitag, 21. November
Am letzten Tag vor der Rückreise fand noch das Projektmeeting beim zweiten Projektpartner
Fundacion Kinal
(14.626085, -90.535439)
statt.
Das ist eine gemeinnützige Organisation, die sich vorwiegend um die Ausbildung von Jugendlichen
aus der ärmeren Bevölkerungsschicht kümmert. Das Gebäude ist auch entsprechend in einem
ärmeren Stadtteil gelegen, der ein komplett anderes Bild abgibt. Die Hin- und Rückfahrt war
mit Privatautos der Projektkollegen. An diesem Tag war auch die Zeugnisverteilung,
die auch entsprechend zelebriert wurde. Dadurch gab es auch ein gemeinsames Festessen
mit Managern der Organisation, das vermutlich authentisch ist, aber auch überhaupt nicht
wohlschmeckend war.
Samstag, 22. November, 10:00 - Sonntag 23. November, 23:50
Die Rückreise dauerte wiederum eineinhalb Tage. Trotz anfänglicher Probleme mit dem Online-Checkin
verlief der Check-in am Flughafen und die Gepäckaufgabe aber problemlos.
Das Regional Traveler's Affidavit Formular für die Ausreise habe ich diesmal auch schon rechtzeitig
ausgefüllt gehabt. Umsteigen war wiederum
in Panama City und Amsterdam nötig. Der Flug von Panama Nach Amsterdam verlief diesmal
geradlinig über den Atlantik in neuneinhalb Stunden. Die Auflagen für Flugzeuge mit zwei Triebwerken,
maximal drei Stunden von einem Flughafen entfernt zu sein, schien auch erfüllt, da am Weg
die die Dominikanische Republik, die Bermuda Inseln und die Azoren in Reichweite lagen.
Am Flughafen Amsterdam gab es eine lustige Medieninstallation, in dem ein Mann die Uhrzeit jede Minute neu aufträgt
(siehe Video).
Beim Umsteigen am Hauptbahnhof in Wien wartete der Zug nach Graz nicht ab und fuhr eine Minute vorher der
Ankunft des verspäteten Zugs ab. Eine Beschwerde brachte mir den Aufenthalt in der VIP Launch ein.
Die Reise nach Guatemala hat sich durchaus ausgezahlt, wenn auch die Zeit für private Besichtigen sehr kurz war. Dafür gab es reichhaltige Möglichkeiten mit Einheimischen in Kontakt zu treten. Die Leute aus allen Gesellschaftsschichten sind außergewöhnlich freundlich, offen und neugierig. Zum Besichtigen hätte es noch einiges mehr gegeben, vor allem die Maya-Pyramiden in Tikal. Wenn man einmal die Sicherheitsprobleme kennt und weiß, wie man sich verhalten soll, kann man sich durchaus frei bewegen. Das Preisniveau bei Hotel, Essen und Trinken ist allerdings ähnlich wie in Österreich, wenn man sich im besseren Viertel aufhält. Zumindest in Guatemala City kann man überall bargeldlos bezahlen. Zwecks besseren Umrechnungskurs nutzte ich dafür ein Revolut-Konto.