Diese Website ist ein Blog meiner Reise nach Delft. Der viertägige Aufenthalt in Delft ist beruflicher Natur. Auf der Hin- und Rückreise gibt es aber so maches zu besichtigen. Bei der Hinreise machte ich einen Halt in Liège und bei der Rückreise in Trier. In den Niederlanden war noch ein Besuch von Den Haag, Rotterdam und Amsterdam möglich.
Letzte Änderung: 12. April 2026
Grund der Reise ist eine fünftägige Konferenz in Delft in den Niederlanden.
Anstatt eines Fluges nach Amsterdam nutzte ich die Gelegenheit einer Zugfahrt mit Zwischenaufenthalten zum Sightseeing.
Das erste Mal seit Jahrzehnten nahm ich mir ein Interrail-Ticket, das es auch für Erwachsene gibt.
Die Option "Vier Tage innerhalb eines Monats" kostete 240 EUR und ermöglicht alle Flexibilität.
Samstag, 28. März, 06:00 - 18:30
Die Reise begann am Samstag um sechs Uhr morgens und dauerte in ihrer ersten Etappe zwölf Stunden bis Liège (Lüttich).
Nach meiner ersten Durchquerung durch den Koralmtunnel ging es über München und Stuttgart bis Frankfurt Hbf.
Wegen der Pünktlichkeit des ersten Zuges musste ich fast eine Stunde auf den Anschlusszug nach Liège warten,
der über Köln und Aachen auch pünktlich ankam.
Die Sensation in Liège ist der Bahnhof Liège-Guillemins.
Er liegt etwas außerhalb von Liège im Stadtteil Guillemins und fungiert als Fernbahnhof auf der
Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Brüssel. Um seiner neuen Rolle ein würdiges Erscheinungsbild zu geben,
wurde der Architekt Santiago Calatrava
mit der Neugestaltung beauftragt. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich schöner und ästhetischer Bau.
Samstag, 28. März, Abend
In Liège war die Besichtigung auf zwei Abendstunden begrenzt. Die mittelgroße Stadt mit deutschen Namen "Lüttich"
liegt in der Wallonie und ist überwiegend französisch geprägt. Sie besteht scho seit der Römerzeit
und hieß damals Leodicum. Eine lebendige Ausgehmeile (Place du Marché) mit typisch belgischen Häusern macht die Innenstadt
recht attraktiv. Als Highlight wird die Montagne de Bueren angeführt,
eine Treppe mit 374 Stufen auf den gleichnamigen Hügel. Abgesehen davon hätte es noch schöne Museen und Parks gegeben.
Das Hotel in Liège lag praktischerweise gleich dem dem Fernbahnhof Liège-Guillemins.
Auch wenn es gut gelegen und recht günstig war, ließ der Sauberkeitsgrad zu wünschen übrig.
Sonntag, 29. März, 10:00 - 14:00
Vor der Weiterreise gab es nochmal die Möglichkeit der Besichtigung des tollen Bahnhofs und den
Genuss eines Cafés und Croissants französischer Art. Es war auch der erste und letzte gute Café auf der Reise.
Die Fahrt inkludierte einen Umstieg in Brussel Midi und Rotterdam Centraal. Die Fahrt von Brüssel
bis Rotterdam war auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke und in einer guten Stunde erledigt.
Der Delfter Bahnhof ist ein schöner und sauberer Bau mit klaren Strukturen.
Ungewohnt war, dass in den Niederlanden Tickets nicht durch einen Zugschaffner, sondern am
Bahnhof beim Zu- und Abgang durch einen Automaten kontrolliert werden. Man kann also den inneren
Bereich des Bahnhofs nicht ohne Ticket betreten.
Sonntag, 29. März, 16:00 - 22:00
Am Sonntag Abend ging sich dann noch ein kurzer Ausflug nach Amsterdam aus
(auch um jemanden zu treffen). Zur Besichtigung blieb nicht viel Zeit,
mit Ausnahme des Eye,
ein Neubau des niederländischen Filmmuseums. Wenn man am Bahnhof Amsterdam
bei der dem Meer zugewandten Hinterseite rausgeht, sieht man schon den markanten weißen Bau.
Alle paar Minuten befördern Fähren Fußgänger und Radfahrer kostenlos auf die andere Seite.
Im Museum gibt es ein sehr schönes Café mit Blick auf das Meer und die Stadt Amsterdam.
Entworfen wurde der Bau vom österreichischen Architekturbüros
Delugan Meissl.
Montag, 30. März - Donnerstag, 2. April, Mittag
Delft ist eine nette kleine Stadt mit einigen schönen Sehenswürdigkeiten. Hervorzuheben sind die
Oude Kerk (Alte Kirche)
mit seinem Vorplatz und und das Gemeenlandhuis am malerischen Oude Delft Kanal.
Weiters sind der Marktplatz mit der
Nieuwe Kerk (Neue Kirche)
und dem Stadthuis recht attraktiv.
Außerdem ist die gesamte Innenstadt mit seinen Kanälen rund um diese Sehenswürdigkeiten einladend zu besuchen.
Wie in den Niederland oft üblich wird auch in Delft weitgehend auf das Auto verzichtet und die
Leute nutzen die Radwege, bzw. Radhighways. Da mein täglicher Weg zur Konferenz 2km entlang eines
Radhighways verlief, borgte ich mir auch ein Rad aus und schwamm mit dem Strom mit.
Trotz dreitägigen Aufenthalts war die Zeit leider zu knapp, um alles gründlich zu besichtigen.
Das Hotel (Social Hub Delft) war sehr komfortabel und vor allem war die Lobby einladend, die sich durch ihre vielen Computerarbeitsplätze und ihr offenes Design ausgezeichnete.
Dienstag, 31. März, 15:00 - 17:00
Eine Besonderheit in Delft ist das Royal Delft Museum,
das auch eine Manufaktur enthält, die seit 1653 bis heute in Betrieb ist.
In Delft wurde über Jahrhunderte Kacheln und Gegenstände aus Ton mit dem charakteristischen
Delfter Blau hergestellt.
Das Museum gibt einen guten Überblick über die Anfänge, die Herstellungstechnik,
Alltagsbeispiele, großformatige Werke mit Abbildung alter Kunst, sowie zeitgenössische Werke.
In der Manufaktur kann man auch sehen, wie die Objekte hergestellt werden.
Montag, 30. März - Donnerstag 2. April Mittag
Grund der Reise war die ECIR 2026 Konferenz,
die jedes Jahr an einem anderen Ort ausgetragen wird. In diesem Jahr wurde sie von der TU Delft organisiert
und im Lijm & Cultuur ausgetragen. Der Austragungsort ist
eine aufgelassene Fabrik, die zu einem Veranstaltungsort umgestaltet wurde.
Donnerstag 2. April, Nachmittag
Den Haag ist eine deutlich größere und belebtere Stadt als Delft. Sie besitzt eine ausgeprägte
Skyline mit ungewöhnlich geformten Hochhäusern. Das große Areal der Innenstadt ist mit unzähligen Geschäften und
Gastronomiebetrieben. Besonders ist hier die Passage,
ein Netz von überdachten Straßen, in denen seit dem 19. Jh. eingekauft wird.
Das Alte Rathaus neben der Großen Kirche
ist ein schöner und bedeutender Renaissancebau.
Die Stadt hat sich rund um den Binnenhof
entwickelt, der das Zentrum des politischen Lebens der Niederlande ist. Gleich neben dem Binenhof steht das
Mauritshuis, das ebenfalls am Ufer des Hofteichs
steht und die königliche Gemäldegalerie beherbergt (siehe nächster Abschnitt).
Auch wenn die Stadt nicht den Charme von Amsterdam besitzt, bietet sie doch viel zu sehen und besucht.
Weitere interessante Museen wären das Kunstmuseum, das Escherhaus, oder das Spinozahaus gewesen.
Bei schöneren und wärmeren Wetter wäre es sicher auch nett gewesen, in einem der Gastgärten zu sitzen.
Donnerstag 2. April, Nachmittag
Im Mauritshuis ist die königliche Gemäldegalerie mit einer 250-jährigen Geschichte beheimatet.
Die Sammlung umfasst Werke bedeutender niederländischer und deutscher Maler aus der Zeit der
Renaissance und des Barock. Obwohl der Bau für ein Museum nicht allzu groß wirkt, braucht
man ob der Fülle der Gemälde doch mindestestens zwei Stunden zum durchgehen.
Freitag, 3. April, Vormittag
Die besichtigen Objete befinden sich alle entlang des Bahnhofs Rotterdam Blaak.
Der Bahnhof ist unterirdisch und oben nur durch eine schiefe Scheibe aus Metallringen erkennbar.
Er befindet sich auf einem riesigen autofreien Platz (Binnenrotte), wo die Besichtigung begann.
Die neue Markthalle
ist eine Kombination aus Wohnbau und überdachten Marktstand. Das Bauwerk wurde erst
vor zehn Jahre fertiggestellt ist ist ein markanter Ort in Rotterdam.
Das Kubushaus
ist eine Ansammlung von auf einem Eck stehenden Würfeln, in denen sich Wohnungen befinden.
Gleich hinter dem Kubushaus, wenn man durch Vorplatz durchgeht, kommt man zum alten Hafen,
der in der warmen Jahreszeit mit seinen vielen alten Boten und Restaurants sicher sehr idyllisch ist.
Von dort aus sieht man auch das sogenannte
Weiße Haus,
das zu seiner Bauzeit Ende des 19. Jh. als der höchste Wolkenkratzer in Europa galt.
Freitag, 3. April, 13:00 - 19:30
Nach einem Vormittag in Rotterdam ging die Reise vom Hauptbahnhof
Rotterdam Centraal weiter.
Dieser Bahnhof wurde von niederländischen Architekten geplant und vor zehn Jahren eröffnet. Die auffällige
Form des Daches und der große Raum, der dadurch im Inneren entsteht, machen ihn zu einem interessanten Ort.
Die Fahrt ging dann mit dem Zug mit Umstieg in Brüssel Midi durch die südliche Wallonie bis Arlon. Dort wartete
ein Bus, der als Schienenersatzverkehr nach Luxemburg ging. Vor dort war es noch eine Stunde mit dem
Regionalzug bis Trier.
Samstaag, 4. April
Trier
Trier hat eine lange Geschichte und dementsprechend gibt es viel zu sehen. Das ursprünglich keltische Gebiet wurde unter Cäsar von den Römern erobert und zur römischen Stadt ausgebaut. Unter Diokletian wurde Trier um 300 zu einer der vier Kaiserstädte umgebaut. Dementsprechend pompöse Bauwerke wurden damals errichtet. Im Mittelalter wurde zwar der Großteil der Bauwerke wieder abgetragen und als Baumaterial für Neues verwendet, aber es gibt immer noch einiges aus der Römerzeit zu sehen. Wenn man sich also für die Römerzeit interessiert, dann ist Trier ein sehr sehenswerter Ort. Abgesehen von den römischen Sehenswürdigkeiten, sind noch die beiden gotischen Kirchen in der Innenstadt und der Hauptmarkt erwähnenswert.
Sonntag, 5. April, 06:00 - 20:00
Die Rückfahrt verlief trotz erneutem Schienenersatzverkehr zwischen Kaiserslautern und Mannheim unkompliziert
und pünktlich. Anhand der langen Fahrzeit wird erneut klar, dass Trier doch sehr abgelegen in Deutschland liegt.
Die Reise war wieder mal sehr schön und die Zugfahrt hat interessante Zwischenstopps in Liège und Trier ergeben.
Die Deutsche Bahn hat keine Probleme mit Verspätungen oder Ausfällen gehabt. Das Interrail Ticket hat sich als
sehr brauchbar erwiesen, da man seine Fahrten spontan ein paar Minuten vorher eintragen kann. Einzig die Reisetage
muss man vor Mitternacht festlegen. Das Wetter war leider nicht so gut. Ein Kälteeinbruch in Europa brachte auch
regnerisches, windiges und kaltes Wetter in den Niederlanden. Da wäre ein oder zwei Monate später eine bessere
Reisezeit.